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Was ist Khash und warum lieben es die Armenier so sehr?

Was ist Khash und warum lieben es die Armenier so sehr?

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Khash ist nicht einfach nur ein Gericht – es ist ein Erlebnis. Für Armenier ist diese einfache Suppe aus Kuhfüßen (ja, Sie haben richtig gelesen!) mehr als nur eine Speise; sie ist ein Ritual der Freundschaft, Wärme und des Feierns. Serviert wird sie dampfend heiß an kühlen Morgen, meist im späten Herbst und Winter, und sie wird geliebt für die Art, wie sie Menschen am Tisch zusammenbringt. Und hier ist ein interessanter Fakt: Sie ist auch als Armeniens bevorzugtes Mittel gegen Kater bekannt, da man glaubt, dass sie die Kräfte nach einer langen Nacht des Anstoßens wiederherstellt.

Geschichte und Ursprung von Khash

Die Ursprünge von Khash reichen Jahrhunderte zurück und sind in Armeniens Tradition verwurzelt, jeden Teil eines Tieres zu nutzen. Historisch gesehen war es ein Gericht der einfachen Leute – Hirten, Arbeiter und Dorfbewohner –, die nichts verschwendeten und selbst die härtesten Stücke Fleisch in reichhaltige, nahrhafte Mahlzeiten verwandelten. Mit der Zeit entwickelte sich Khash von einem einfachen Überlebensgericht zu einer geliebten Delikatesse, die Armenier stolz für Gäste und Familientreffen zubereiten.

 Zutaten und Zubereitung

Der Star von Khash sind die Kuhfüße, die über Stunden – manchmal über Nacht – gekocht werden, bis die Brühe sich in eine reichhaltige, herzhafte Suppe verwandelt. Die Zubereitung ist einfach, erfordert aber Geduld. Es werden keine starken Gewürze verwendet – nur Salz, das am Tisch hinzugefügt wird –, damit die natürlichen Aromen voll zur Geltung kommen. Beim Servieren erscheint Khash mit einer ganzen Begleitung: Stapel von knusprigem Lawasch-Brot, Schalen mit rohem Knoblauch zum Zerdrücken sowie Tellern mit frischen Kräutern und Radieschen. Es ist rustikales Kochen in seiner besten Form.

Wie Khash traditionell gegessen wird

Das Essen von Khash ist fast genauso wichtig wie das Kochen. Die Tradition besagt, dass Khash am Morgen genossen wird, oft schon ab 8 Uhr. Freunde versammeln sich um den Tisch, brechen Lawasch in die Brühe, bis sie eindickt, und geben so viel Knoblauch hinzu, wie sie sich trauen. Ein großzügiger Schuss Wodka oder hausgemachter Oghi (Obstbrand) gehört meist ebenfalls zum Ritual, begleitet von zahlreichen Trinksprüchen auf Gesundheit, Glück und Freundschaft. Vielleicht ist das der Grund, weshalb Khash auch als beliebtes Mittel gegen Kater gilt – die Kombination aus heißer Brühe, Knoblauch und einem kleinen „Konter-Schluck“ soll wahre Wunder wirken. Am wichtigsten ist jedoch: Khash wird niemals allein gegessen – es ist ein gesellschaftliches Ereignis, das bis weit in den Nachmittag hinein dauern kann.

Fazit – Warum Sie Khash probieren sollten

Khash in Armenien zu probieren bedeutet nicht nur, ein Gericht zu kosten – es bedeutet, in eine jahrhundertealte Tradition einzutreten. Es geht um das Lachen von Freunden, die sich um einen dampfenden Topf versammeln, um das Knirschen des Lawasch, das die Brühe aufsaugt, und um die Wärme, die lange nach dem Mahl anhält. Wenn Sie Armenien in den kälteren Monaten besuchen, sollten Sie sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, an einem Khash-Fest teilzunehmen. Es ist eine der authentischsten Möglichkeiten, die armenische Küche in ihrem innersten Wesen zu erleben. Und wer weiß – vielleicht verlieben Sie sich ja in dieses herzhafte armenische Ritual, Schluck für Schluck (und Knoblauchzehe für Knoblauchzehe).

 

Veröffentlicht am Januar 21, 2026